Marktplatz 35
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Bauherr Baujahr |
Matthias Faß 1692 |
| Besitzerwechsel | 1715 wurde das Haus in zwei Hälften geteilt und das halbe Haus an Wolf Conrad Lingmann, Schneider und Krämer, verkauft.
1734 erwarb die zweite Haushälfte Christoph Schneider, Schuhmacher. Weitere Besitzerwechsel folgten. 1856 wurde das Haus von Johann Georg Kleemann, Uhrmacher, zum Geschäftshaus umgebaut. 1877 erwarb es der jüdische Kaufmann Samuel Seeberger. 1908 ging es an dessen Witwe Jeanette, geb. Oberdorfer, über. 1919 erhielten das Haus im Erbgang die Töchter Martha und Hedwig Seeberger. 1942 wurde es durch den "städtischen Abwesenheitspfleger der jüdischen Eigentümer" verkauft an Artur Riegel, Beruf Seiler; 1960 meldete er die Seilerei ab und das Haus ging an seine Tochter Sophie Elise Riegel. Heute hat das Haus einen neuen Besitzer. Im Erdgeschoss ist eine Pizzeria. |
Im Jahr 1856 wurde das Erdgeschoss des Hauses zu einem Geschäft umgebaut. Der damalige Besitzer war der Uhrmacher Johann Georg Kleemann. Doch schon im Jahr danach veräußerte er es an den jüdischen Kaufmann Samuel Seeberger, der mit Jeanette, geb. Oberdorfer, verheiratet war. Sie ist auch weiterhin in den Unterlagen als Jeanette Oberdorfer geführt, z. B. als das Haus an ihre Töchter Martha und Hedwig Seeberger vererbt wird.
Im Hof hatte Herr Samuel Seeberger einen Kastanienbaum gepflanzt, der erst in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts gefällt wurde.
Noch heute (Stand 2025) ist über der rückwärtigen Eingangstüre das Firmenschild von Arthur Riegel zu sehen.

Das Haus Marktplatz 35 (im Bild ganz rechts) im Jahre 1885.
Aus "Gunzenhausen in alten Ansichten" von W. Lux
